EKG-Techniken

Ruhe – EKG (Elektrokardiogramm)
Um uns ein momentanes Bild Ihrer Herztätigkeit in körperlicher Ruhe zu verschaffen, können wir mittels des Elektrokardiogramms (kurz EKG) die elektrischen Ströme Ihres Herzens messen und aufzeichnen.
Bei dieser nicht schmerzhaften und nicht invasiven Untersuchung werden 10 sogenannte Elektroden auf Ihrem Oberkörper befestigt, und die, wenige Minuten dauernde, Messung kann beginnen.
Es wird ein EKG „geschrieben“, mit dem Herzfrequenz, Herzrhythmus, Herzerregung und Herzdurchblutung beurteilt werden können.
Sollten sich in diesem Ruhe-EKG krankhafte Auffälligkeiten zeigen, so wird man eine weitere Diagnostik oder wenn erforderlich, eine sofortige Therapie einleiten.
Das Ruhe-EKG wird meist im Liegen angefertigt. Da es nur einige Sekunden dauert, kann man es auch bei Notfällen gut durchführen.
Es ist als kardiologische Basisuntersuchung die Variante mit der größten Aussagekraft.
Nur zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen z. B. Extrasystolen, Salven, nächtliche Pausen werden eventuell nicht erfasst.
Ein normales EKG schließt einen Herzinfarkt jedoch nicht aus!

EKG

Belastungs – EKG
Manche Störungen der Herzaktion bzw. Erkrankungen des Herzens führen dann erst zu Symptomen, wenn man sich körperlich belastet.
Da bei körperlicher Anstrengung die Leistung des Herzens bis um das Fünffache der Ruhetätigkeit gesteigert werden muss, machen sich beispielsweise leichte Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronarien), welche Ihr Herz mit Blut versorgen, oder leichte Störungen der Herzfunktion in körperlicher Ruhe nicht bemerkbar, sind aber dennoch vorhanden, und müssen behandelt werden, um einem eventuell drohenden Herzinfarkt (Koronar-Arterien-Verschluss) oder einem Herzversagen vorzubeugen.
Hierzu hat sich das Belastungs-EKG als Untersuchungsmethode der ersten Wahl bewährt. Dabei werden Ihnen wie beim Ruhe-EKG 10 Elektroden am Oberkörper angelegt und erstmal ein EKG in körperlicher Ruhe (s. Ruhe-EKG) aufgezeichnet. Anschließend werden Sie körperlich leicht belastet auf dem sogenannten Fahrrad-Ergometer, die Belastung entspricht etwa Fahrradfahren bei mittlerer Geschwindigkeit.
Die Belastung, der Sie ausgesetzt werden, wird individuell auf Sie (Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Körpergröße usw.) abgestimmt und berechnet.
Beginnend bei niedriger Belastungsstufe steigert sich die Belastung in gewissen Zeitabständen bis zum Erreichen der einer für Sie individuell berechneten „Soll-Last“. Während der Gesamten Belastungsdauer und in der Erholungsphase wird kontinuierlich ein EKG aufgezeichnet und minütlich Ihr Blutdruck gemessen.
Mit diesem „Belastungs-EKG“ können Herzfrequenz, Herzrhythmus und Herzerregung im Vergleich den Werten bei körperlicher Ruhe beurteilt werden. Besonders wichtig sind auch Ihre persönlichen Angaben über Ihre subjektiven Beschwerden während dieser Untersuchung wie Schwindel, Atemnot (Dyspnoe), Schmerzen im Brustkorb (Angina pectoris). So können wir uns mittels Ihrer Beschwerden und den EKG-Aufzeichnungen ein Gesamtbild verschaffen, das uns ermöglicht, eine weitere Diagnostik zu betreiben oder eine geeignete Therapie zu empfehlen.

 

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Langzeit – EKG

Das Langzeit-EKG stellt eine besondere Form der Herzuntersuchung dar. Hier wird jeder Herzschlag in einem Zeitraum von ca. 24 Stunden aufgezeichnet, das sind ca. 100.000 Schläge unter gewohnten Lebensbedingungen. In der Zeit der Überwachung trägt der Patient einen kleinen Festplattenspeicher bei sich, der jeden Impuls aufzeichnet, der durch die vier oder sechs auf dem Brustkorb befestigten EKG-Elektroden abgeleitet wird, während die Patienten ihren üblichen Tätigkeiten nachgehen und über ihre Tätigkeiten und dabei eventuell auftretende Beschwerden Notizen machen. Die Elektroden sind mit einem EKG-Gerät verbunden. Dieses ist in diesem Fall besonders klein und kann vom Patienten ohne Probleme am Körper, beispielsweise am Gürtel wie ein “Walkman”, befestigt werden. Das Gerät misst dauerhaft die Häufigkeit Ihrer Herzschläge in der Minute (Herzfrequenz), die Regelmäßigkeit der Herzschläge (Herzrhythmus), kann Veränderungen der Durchblutung Ihrer Herzgefäße (Koronar-Arterien) feststellen und zeigt, ob die Erregungsrückbildung und Erregungsleitung Ihres Herzens regelrecht abläuft. Die Messdaten werden dann am Computer ausgelesen und anschließend vom Arzt ausgewertet. Das Langzeit-EKG dient hauptsächlich dazu, Herzrhythmusstörungen zu entdecken, die nur vorübergehend auftreten– und deshalb im vom normalen EKG erfassten Zeitraum möglicherweise nicht vorkommen. Auf diese Weise ist es möglich, Herzrhythmusstörungen und Durchblutungsstörungen zuverlässig zu erkennen (diagnostizieren) und in Ihrem Sinne medizinisch zu behandeln.